
Kronen Zeitung
BUNDESLIGA-LIZENZEN
Nur bei einem Klub herrscht „Katzenjammer“
Jahr ein, Jahr aus vergibt die Fußball-Bundesliga die Lizenzen – also das „Pickerl“ für die kommende Spielzeit. Neben infrastrukturellen Voraussetzungen werden die Klubs administrativ und vor allem finanziell seitens der Liga durchleuchtet. Bei den steirischen Herren-Bundesligisten gibt‘s keine Probleme, einzig ein Frauen-Klub kassierte ein Veto.
Die Zeiten von Rekord-Umsätzen – wie im Champions-League-Jahr mit mehr als 92 Millionen Euro – sind bei Meister Sturm zwar vorbei. Mit einem prognostizierten Umsatz von 52 Millionen wird vereinsintern in der laufenden Saison aber immer noch eher üppig bilanziert. Dennoch: „Hinter dem Lizenzerhalt steckt jedes Jahr ein großer Aufwand im Hintergrund, um alle Anforderungen präzise und fristgerecht zu erfüllen“, sagt Wirtschaftsboss Thomas Tebbich. „Umso erfreulicher ist es, dass wir auch für die Saison 2026/27 die Lizenz wieder in erster Instanz und ohne Auflagen erhalten haben.“
Das Pickerl gab‘s ebenso für den GAK. „Das sind Wochen intensiver Vorbereitung, die man von außen nicht sieht. Dass wir zum siebten Mal in Folge und erneut ohne Auflagen durchgekommen sind, ist das Verdienst aller, die im Hintergrund dafür sorgen, dass dieser Verein auf soliden Beinen steht“, sagt Geschäftsführer Lukas Kokail. Auch die Hartberger bleiben – nicht nur sportlich nach dem Einzug in die Meistergruppe – in der kommenden Saison 2026/27 fixer Bestandteil der Fußball-Bundesliga.
TSV-Boss Erich Korherr warnt aber bereits vor der neuen Saison. „Die globalen Entwicklungen sowie die wirtschaftlichen Herausforderungen gehen auch am Profisport nicht spurlos vorbei. Insbesondere der deutliche Rückgang der Einnahmen aus TV-Geldern und internationalen Solidaritätszahlungen in der kommenden Saison zwingt uns zu Einsparungen. Dennoch wollen wir uns weiterentwickeln, an wichtigen Infrastrukturprojekten arbeiten und sportlich an die Leistungen des vergangenen Jahrzehnts anknüpfen.“
Die Voitsberger kommen
In der Zweiten Liga erhielten sowohl die Kapfenberger als auch Sturm II die Zulassung für die kommende Saison. Auch Aufstiegsaspirant Voitsberg bekam das Pickerl für den Profibetrieb ab Liga zwei – den der finanziell stark aufgestellte Regionalligist allerdings ohnehin schon kennt und seit Jahren praktiziert. Gönner Michael Münzer plant mit dem ASK auf Sicht ja sogar den Aufstieg in die Bundesliga.
„Sorgenkind“ bleibt ambitioniert
Während die Frauen-Abteilungen des SK Sturm und Hartberg/Südburgenland ebenfalls ohne Auflagen das Pickerl für die Bundesliga erhielten, gibt‘s bei Aufstiegsaspirant Krottendorf aber „Katzenjammer“. Die „Wildcats“, sportlich mit 14 Siegen in 17 Spielen in Liga zwei voll in der Spur, kassierten ein Veto der Liga. Die Entscheidung betrifft mehrere Kriterien, darunter sportliche, infrastrukturelle, personell-administrative, finanzielle und rechtliche Anforderungen. „Wir nehmen die Nicht-Erteilung der Lizenz für die höchste Spielklasse zur Kenntnis. Im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens wurde von unserer Seite sicher nicht alles richtig gemacht. Es ist auch für uns ein Lernprozess“, sagt Vorstand Robert Kager. Gleichzeitig bleibt das sportliche Ziel unverändert: „Wir werden das Projekt Bundesliga-Aufstieg in der kommenden Saison wieder in Angriff nehmen. Diese Absage ändert nichts an unseren sportlichen Zielen.“
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Bild: GEPA
























